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Der Schwohb, auch: der Schwaob; (Der Schwabe)
Im Wiki Schwaob auf schmiereck.de findet der interessierte Besucher Ansätze zu einem gewissermaßen schwäbischen Duden bzw. einer schwäbischen Enzyklopädie, die selbstverständlich noch in den Anfängen stecken. Die hier definierten Schreibweisen der Wörter bilden die Grundlage eines imaginären "innerschwäbischen Schriftverkehrs" und sollen nach Fertigstellung als "amtlich anerkannte Grundlage" der schwäbischen Sprache herangezogen werden, sollte einmal ein solcher Bedarf bestehen. Trotz dieser Tatsache sind alle Angaben natürlich ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit!
Die Begriffssammlung insgesamt bedarf selbstverständlich noch der eindeutigen Alphabetisierung und zudem der Begriffsklärung, um einem "Schwäbischen Duden" bzw. einer "Schwabenenzyklopädie" gerecht zu werden, weswegen zukünftige Autoren gebeten werden, Ihre "Ergüsse" in alphabetischer oder chronologischer Reihenfolge darzulegen, um den Bearbeitern unnötige Arbeit zu ersparen. Denn wie man weiß, ist der Schwabe an sich ein ausgesprochen ökonomisch denkender Mensch. "Dräcklesarbeita" sind ihm nämlich zuwider.
Diese Seite ist ein unverzichtbarer Ratgeber für "Reigschmeckte" (= Nichtschwaben, die freiwillig im Schwabenland leben) oder auch "Neigschmeckte" (= Nichtschwaben, die aus beruflichen Gründen zwangsweise von ihrem Unternehmen oder ihrer Behörde ins Schwabenland versetzt wurden, um die schwäbische Kultur kennen zu lernen). Man beachte den feinen Unterschied!
Um Missverständnissen vorzubeugen, werden auf dieser Seite nur die Dialekte der schwäbisch sprechenden Oberschwaben, Württemberger und bayerischen Schwaben behandelt, nicht jedoch die Dialekte der alemannisch sprechenden Badener, Elsässer, Deutschschweizer, Liechtensteinern und Vorarlberger.
Um das Ganze abzurunden, wurde am Ende der Seite eine chronologische (nach Geburtsjahr) Aufstellung über schwäbische Persönlichkeiten angefügt.
SOFERN DER LESER DER MEINUNG IST, DER UNZULÄNGLICHKEIT DES AUTORS ETWAS HINZUFÜGEN ZU MÜSSEN, SO IST DIES AUSDRÜCKLICH ERWÜNSCHT!
ANREGUNGEN UND KRITIK KÖNNEN AN DEN AUTOR GESANDT WERDEN! EMA: "kurtschall@gmx.de".
Grundsätzlich sind vorab folgende und zu dem weit verbreitete Irrtümer zu korrigieren:
- Das "Schwabenland" besteht keineswegs nur aus dem Bundesland (Baden-)Württemberg, wie vielerorts gemeint wird. Heutzutage wird unter dem Schwabenland vor allem das Gebiet verstanden, das von den Sprechern der schwäbischen Dialekte bewohnt wird. Dieses Gebiet verteilt sich auf die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern. Innerhalb von Baden-Württemberg bewohnen die Schwaben vor allem einen Großteil des ehemaligen Landes Württemberg, während im nördlichen Teil Württembergs Franken wohnen. In Bayern sind die Schwaben überwiegend im Regierungsbezirk Schwaben vertreten (Regierungshauptstadt Augsburg). Neben dem Regierungsbezirk als staatlichen Verwaltungsbezirk gibt es den Bezirk Schwaben auch als kommunale Gebietskörperschaft. Beide sind für das gleiche Gebiet (das nicht ganz dem historischen Bayerisch-Schwaben entspricht) zuständig, haben jedoch sehr unterschiedliche Aufgaben.
- Als Schwaben werden heutzutage vor allem die Sprecher der schwäbischen Dialekte bezeichnet. Dabei wird zwischen den alemannisch sprechenden Badenern (südlich von Rastatt und nördlich von Basel entlang des Rheines), Elsässern, Deutschschweizern, Liechtensteinern und Vorarlbergern, sowie den schwäbisch sprechenden Oberschwaben, Württembergern und bayerischen Schwaben unterschieden.
- Sicherlich gibt es auch geizige Schwaben, aber nicht mehr oder weniger, wie es geizige Mitbürger anderer Bundesländer gibt. Der Schwabe an und für sich ist jedoch keineswegs geizig, auch wenn es darüber unzählige Witze gibt. Der Schwabe ist sparsam, das wohl. Zwischen Geiz und Sparsamkeit besteht aber ein himmelweiter Unterschied.
- Der Schwabe verniedlicht in seinem Sprachgebrauch gerne Vieles (fast Alles) und versieht die Wörter mit einem "-le". So wird beispielsweise aus einem Spatz ein Spätzle, aus einem Schatz ein Schätzle, aus einem Knopf ein Knöpfle undsoweiter undsoweiter. Es wurde deshalb auf die Nennung bzw. Erwähnung von eben solchen Wörtern verzichtet, die diese Eigenschaft aufweisen. Ansonsten die Liste unendlich lang werden würde. Was der Schwabe aber keinesfalls macht, ist, sich selbst zu verniedlichen. Somit gibt es den Begriff "Schwäble" grundsätzlich und überhaupt nicht, was in Norddeutschland bis zum heutigen Tage relativ unbekannt ist. Ein Schwabe ist ein "Schwaob" oder auch ein "Schwohb", aber niemals ein "Schwäble"! Verschtohsch?!
Neue Begriffe (unsortiert), die noch identifiziert und alphabetisch eingeordnet werden müssen
- Bäsle, das; die Cousine (fr. Base)
- Butzele, das; Baby
- hieh; kaputt
- Boohschd, die; w; Post
- älledweil; immer
- Ätschgäbele
- Bolla; Bollen
- Dregglach; Pfütze
- Gruuscht; Ungeordnetes
- Kugelfuhr
- läbbrig; labberig
- Schmootz
- Schtoinr
- schlotza; lutschen
- ooagnehm; unangenehm
- Boitz; kleine Kneipe
- Funzl, die; Taschenlampe oder auch schwach leuchtende Lampe
- Bschütta; Jauche
- Fortkockete
- woich; weich
- Wer it will, hot schao ghett; Wer nicht will, hat schon gehabt
- muschd
- an sediga; einen solchen
- Scheißerle; so nennt der Schwabe liebevoll seinen Partner. neudt.: Baby
- Schätzle; siehe Scheißerle
- Wengert; Weingarten, Weinberg
BEGRIFFE NACH SACHGEBIETEN
Erstaunende, bejahende, ablehnende, fragende Aussagen und Richtungsangaben, sogenannte schwäbische Shorties (alphabetisch)
- awa; ach was
- äbbes, ebbes; etwas
- ha freile; ja natürlich
- ha joh; ja
- ha nadierlich; ja natürlich
- ha noi; nein
- ha wa! Ach was!
- hosch me? verstehst du mich?
- do deana; dort
- do denna; da drin
- do dieba; dort drüben
- do dohba; dort oben
- do donda; da unten
- do dussa; da draussen
- do henda; da hinten
- do nah; da hinunter
- do nuff; dort hinauf
- do vohna; da vorn
- schäbbs, schebbs; schief
- 's wuhd; es wird
- umanand; umeinander
- v'rschtohsch? Verstehst du?
- wah widd? Was willst du?
- Wa duahsch'n do? Was tust du denn?
- Wo nah? Wohin?
Schimpf- und Fluchwörter (alphabetisch)
- Bachl, der; m; als Bachl bezeichnet der Schwabe einen ungeschickten (tölpelhaften) Menschen, der für gewisse Tätigkeiten ungeeignet ist.
- bluatige Hennakepf = hochdt.: Blutige Hennenköpfe, nähere Bedeutung des Ausdrucks bis dato unbekannt.
- bluatsaure Maarie; woher dieser Ausdruck stammt, konnte noch nicht geklärt werden.
- Dahshack'r, der; m; einer der Dahs (= Tannenzweige) hackt. Ein Mensch, der nichts genaues oder aber unnütze Sachen macht, siehe auch: Sandler
- Dauahau'r; Steigerung von Dahshacker
- Du bisch doch g'schuggd! Du spinnst doch!
- Dremsl'r, auch Drämsl'r oder Drimsl'r
- Gelbfiaßl'r, der; Der Gelbfüßler, eigentlich ein Schimpfname des Schwaben für den Badenser (der richtigerweise Badener heißt). Einer durch nichts zu beweisbaren Sage zufolge soll der Name zustande gekommen sein, weil in irgendeinem Krieg ein oder mehrere Baden(s)er gegen den Wind gepinkelt (g'soicht) hätten, und ihnen somit das Gepinkelte (schwäbisch: der Soich) aufgrund der reziproken Windverhältnisse auf ihre Hosen zurückgekehrt sei und dieselben deswegen gelb wurden. Einen wissenschaftlichen Beweis hierfür gibt es bis heute nicht, aber die Sage hält sich bis dato sehr hartnäckig. Eine weitere Variante trifft die Wahrheit schon besser. „Gelbfüßler“ seien badische Truppenteile genannt worden, welche gelbe Strümpfe oder Gamaschen getragen haben sollen. Diese Truppen seien wegen ihrer mangelhaften Kampfeslust unter diesem Namen bekannt gewesen und nach anderer Lesart an der Niederschlagung des badischen Aufstandes 1848 beteiligt gewesen.
- Grasdaggl, der
- Grautseggl, der; m; auch Krautseggl
- Gsocks, das; auch: das Gesockse; Gemeint sind damit Personen, die sich antisozial oder auch asozial verhalten, wobei aus Gründen einer liberalen und globalen Entwicklung auf die Beschreibung einzelner Personengruppen an dieser Stelle explizit verzichtet wird.
- Gurkahobl, der; verächtlich für: altes Auto
- Halbdaggl, der; m; Einen Schwaben als Halbdaggl zu bezeichnen ist wohl die größte Beleidigung, die es im Schwäbischen gibt. Dagegen ist der Grasdackl oder Schaofseggl relativ harmlos.
- Heilandsack; entspricht dem bayerischen Fluch "Kruzefix" oder auch "zefix"
- Härrgottsackab'rau
- Hurahägl
- Hurament
- Huatschachtl, die; Hutschachtel, alte Frau
- Jesesseggl, der; Steigerung von Seggl
- Krautseggl, siehe Grautseggl
- Kuttabrunz'r; hdt.: Kuttenbrunzer; verächtlich für Angehörige eines Mönchordens
- Pfaffakepf, dia; der Klerus
- Preiß, der; dia Preissa (pl); Der Preuße, die Preußen. So bezeichnet der Schwabe alle Personen, die nördlich der Weißwurstlinie wohnhaft sind
- Rotzleffl, der; unverschämter Junge
- Sandler
- Seggl
- Schaofseggl, der; m; auch Schoofseggl
- Schaofseggl, bled'r
- Schnitzbriah, die; schlecht gemachter und schmeckender Kaffee
- Siach
- Soichbua, der;
- Stoffl; unhöflicher Mensch, meist ein Mann
- Tschole, der;
- zefix
- Wutz, die; Sau, weibl. Schwein
z'ässad ond z’drenggad (Essen und Trinken)
Friehschdigg (Frühstück)
- a woichs Oi; ein weiches Ei
- Brätzl; Brezel
- Buddr, der; die Butter (Kein Schreibfehler! Die Butter ist im Schwäbischen maskulin!)
- Gsälz; Marmelade
- Breschtlingsgsälz; Erdbeermarmelade
- Hernle; Hörnchen
- Káffee, auch Kaffée; Kaffee
- Kääß; Käse
- Laugaweggle; Laugenbrötchen
- Muggafugg, der; Muckefuck, Ersatzkaffee (auch Kaffeeersatz, Malzkaffee, Getreidekaffee, Gerstenkaffee oder Fruchtkaffee) ist ein dem Kaffee ähnliches Getränk, das aus einer Mischung von verschiedenen Getreidesorten hergestellt wird und meist auch Zichorie enthält. Im Gegensatz zu echtem Kaffee enthält Getreidekaffee kein Koffein.
- Rihroier; Rühreier
- Weggle, Weggla (pl), Breedla; Brötchen
Veschbr (Brotzeit, Zwischenmahlzeit)
- Wuhschtweggle; Wurstsemmel, Wurstbrötchen
- Schiabling, Schiehbling, hdt.: Schübling
- Soida, Soidawieschtle; Saiten bzw. Saitenwürstchen (= Wiener Würstchen im Naturdarm; Der Begriff "Saiten" kommt daher, weil früher auch Saiten von Zupf- und Streichinstrumenten aus Naturdarm gewonnen wurden.(siehe auch: Darmsaite)
- Weißwuhscht, die; Weißwiescht (pl); Weißwurst
Subba (Suppen)
- Flädlesubb; Pfannkuchensuppe, Fritattensuppe
- Gmiaßsupp; Gemüsesuppe
- Griaßgneedelsubb; Grießknödelsuppe
- Leabrgneedlsubb; Leberknödelsuppe
- Nudlasubb oder Nudlsubb; Nudelsuppe
- Oiersubb; Eierstichsuppe
- Tomaadasubb; Tomatensuppe
z'dringgad (zum Trinken, Getränke)
- Halbe, a; ein Bier 0,5 Liter
- Kako; Kakao
- Lachawasser; Mineralwasser ohne Kohlensäure, Stilles Wasser
- Moschd, Mohschd; Most, unvergorener neuer Wein, Federweißer
- Raddagiggl
- Sämsakräbsl'r, der; extrem saurer (herber) Wein, siehe auch Raddagiggl
- saurer Schbruudl; saurer Sprudel = Mineralwasser mit Kohlensäure
- siahsa Schbruudl; süßer Sprudel = weiße oder gelbe Limonade mit Kohlensäure
- Viertele,a; ein Viertele Wein (0,25 Liter)
- Woi, auch: Wei; = Wein
z'middaag (Mittagessen)
- Buabaspitzla, siehe Schupfnudla
- Herrgotzbscheißerle; siehe Maultaschen
- Kässpätzla oder Kässpätzle, die;
- Lensa mit Spätzla; Linsen mit Spätzle (schwäbisches Nationalgericht)
- Mauldäscha; Maultaschen
- Naggäde; Wollwürste, auch: Nackte, Geschwollene, Geschlagene oder Oberländer; Bratwürste (aus Kalb- und Schweinefleisch) ohne Haut (sehr schmackhaft, aber leider nur in Süddeutschland erhältlich)
- Nudla, die; Nudeln
- Pfannakuacha: Eierpfannkuchen
- Saure Kuttla; Saure Kutteln - Kutteln werden aus dem gereinigten und gebrühten Pansen (Vormagen) der Rinder zubereitet. Das Fleisch wird in Streifen geschnitten und in einer Mehlschwitze ungefähr eine Stunde lang weichgekocht. Als Gewürze werden ein Lorbeerblatt, Wacholderbeeren sowie etwas Pfeffer zugegeben. Der saure Geschmack wird durch die Zugabe von Essig oder Wein erreicht. Dazu isst man meist Semmelknödel.
- Schupfnudla, auch Buabaspitzla; Nudeln aus Kartoffelteig
- Wollwiehscht = Wollwürste, siehe Naggäde
- Zwieblroschdbrohda (= Zwiebelrostbraten)
ebbes Siaß (Süßes)
- Bommbohle; Bonbon
- Grapfa, Krapfa; Krapfen, Berliner (von althochdeutsch kraffo, „Kralle, Haken“) sind kleinere süße Gebäckstücke, oft mit Füllung, die nicht im Ofen gebacken, sondern in heißem Fett (Schmalz oder Pflanzenöl) frittiert werden (Fettgebackenes).
- Nonnafiizla, auch Nonnafüarzla; Nonnenfürzle sind vor allem in Schwaben und im Allgäu bekannt. Korrekt müsste man das Gebäck als Nonnenfürtchen bezeichnen, was auf das mittelniederdeutsche Wort „nunnekenfurt“ zurückgeht. Übersetzt heißt das so viel wie „von den Nonnen am besten zubereitet“. Heute hat sich eine andere Version durchgesetzt, deren Entstehung Gegenstand lebhafter Spekulation ist. Eine Legende besagt, dass ein alter Domherr sich aus einem Topf voll von dampfenden Nonnenfürzchen das größte herausangelte und mit einem Zwinkern hinzufügte: „Ich nehme das von der Mutter Oberin“. Traditionell isst man Nonnenfürzle zur Fastnacht. Nonnenfürzle werden aus Brandteig hergestellt. Mit zwei Teelöffeln werden kleine Kugeln abgestochen und in heißem Fett schwimmend ausgebacken. Noch heiß wird das Gebäck in Zucker gewendet.
- Riebeleskuacha; Karottenkuchen
- Schoklahd, der; auch das ist kein Schreibfehler, denn die Schokolade ist, wie auch die Butter, im Schwäbischen männlich.
- Zibehba; Unter Zibeben (Arabisch zibiba, Sizilianisch zibibba) versteht man Trockenbeeren am Weinstock. In trockenen Erntejahren werden sie zu einer Trockenbeerenauslese (einem Wein mit hohem Restzuckergehalt) verarbeitet. Ein typischer Vertreter dieses Herstellungsverfahrens ist der ungarische Wein „Tokajer Aszú“ (Tokajer Ausbruchwein), bei dem vor der Vergärung immer eine bestimmte Menge Zibeben dem frischen Most zugesetzt wird. In Süddeutschland und Österreich ist „Zibeben“ ein allgemeiner Ausdruck für getrocknete Weinbeeren, die für die Zubereitung von Speisen verwendet werden. Nach dem Deutschen Wörterbuch beginnt dieser Ausdruck der Bezeichnung Rosine zu weichen,nach dem Duden gehört das Wort zu den süddeutschen und österreichischen Besonderheiten.
Obscht (Obst)
- Äpfel, der; (pl)die; Kein Fehler, denn im Schwäbischen heißt auch der singulare (einzelne) Apfel "Äpfel".
- Breschtling; Erdbeeren
Gmiaß (Gemüse)
- Gelbe Riaba; Karotten
- Grombier, die; (pl) Grombiera = Kartoffel
- Grombierla, die (pl); kleine Kartoffeln
- Kadoffl (Kartoffel); siehe Grombier
- Peterling; Petersilie
- Wierschich; Wirsing
Naachtässa, Obadässa (Abendessen)
- Gselchts; Geräuchertes
- Raute Wuhscht (Rote Wurst)
- Schwartamahga; Presssack, Presskopf; Der P. ist eine Kochwurst aus Schweinefleisch und Schweineschwarten.
Körperteile und Dazugehöriges (alphabetisch)
- Ahschbebbala; siehe Klabuschtrbehrla
- Bobbes, der; Popo
- Bugg'l; das Rückgrat
- Deetz; Kopf
- Fiedla, das; siehe Bobbes
- Fuass, der; Fiass, die (pl); das Bein (s), die Beine (pl)
- d'Gosch; der Mund
- 's Gfrieß; das Gesicht
- Glotzbebbl: Augen
- Grautstampfr; Krautstampfer, meist nur im Plural vorkommend; verächtlich für: stämmige Beine
- Griff'l, die; Finger
- Klabuscht'rbehr(l)a
- Muggaseggel(e); siehe vulgärschw. Ausdrücke
- 's Pfleimle
- d'r Ranza; der Bauch
- Riabahafa, der; Rübenhafen, Rübentopf; gemeint ist der Kopf
- Riabeleskopf
- Riebl
- Saggradda; s. vulgärschwäbische Ausdrücke
- Sauschtallpfoschta; siehe Grautstampfer
- soicha; urinieren
- Schnibbes, der; kindlicher Ausdruck für Penis
- Segg'l, der; männl. Geschlechtsteil
- Zaia; Zehen
- 's Xicht; das Gesicht
Tätigkeiten
- beiga; schichten, stapeln
- umbeiga; umschichten, umstapeln
- uffbeiga; aufschichten, aufstapeln
- uffrohma; aufräumen
Technisches
Gegenstände
- Schopf
- Loit'rwägele
- Oim'r
Tiere
- Aggrgaul; Ackergaul
- Bäffzg'r; bellender Hund
- Hähgl; junger Stier
- Kuah; Kuh
- Schompa; junges Kalb
- Weafzg, dia; auch: Wufzgamuggeler; die Wespe
- Wutz, die; weibliches Schwein; Sau
Typische Namen
- Horschd; Horst
- Siggi; Siegfried
- Kahrle; Karl
- Luis; Ludwig
Allgemeine Ausdrücke
- Fuhz, der; auch Pfuhz; (pl)Fiez, auch Pfiez
- Zahluck, die; Zahnlücke
- Zuihg, dehs oder 's;
Begrüßungen, Verabschiedungen
- Adehle; Auf Wiedersehen
- Griaß Gott, Griaßgottle; Grüß Gott
- Pfiaht di; Behüt' Dich Gott, Auf Wiedersehen
Städte und Flüsse (alphabetisch)
- Diebinga; Tübingen
- Hoierna; Heidenheim
- Neggr; Neckar
- Schtuagert; Stuttgart
Geschmacksrichtungen
- G'schmäckle, das; w; auch: 's hot a G'schmäckle; (hochdt.: es hat einen Geschmack) bedeutet im Schwäbischen so viel wie: "Es ist anrüchig" oder "Es stinkt mächtig"
- 's muffalät; hdt.: es müffelt, siehe auch: 's soichälat
- 's soichälat; auch: es soichälat; hdt.: Es riecht nach Urin
Mengenangaben
Arbeit und Beruf - allgemein
Arbeit und Beruf - Landwirtschaft
"vulgärschwäbische" Ausdrücke
- Klabuschtrbehr(l)a
- Muggaseggel(e); kleinste schwäbische Maßeinheit
- Nudd; Nutte
- Saggradda; Sackratten, Filzläuse
- Soichhahfa, auch: Soichgretta; Nachttopf
- Schnall'; Schlampe - Steigerung: beise oder beisa Schnall'; arge Schlampe
Sätze und Redewendungen
- "Mir doicht, es soicht"; Ich denke, es regnet
- "So isch's reacht!" So ist es Recht! In Ordnung; Kann aber auch ironisch gemeint sein, dann bedeutet es genau das Gegenteil
noch nicht zugeordnete Begriffe
- Bäsawirtschaft, Bäsa; Besenwirtschaft, Besen; Eine Besenwirtschaft ist grundsätzlich mit dem Ausschank von selbst erzeugtem Wein durch einen Winzer in dessen Räumen oder Weinkeller verbunden. Die Besenwirtschaft fällt nicht unter den Begriff des Gewerbes und ist daher erlaubnis- und abgabenfrei, jedoch mit gewissen Auflagen verbunden. Der Name Besen leitet sich vom Reisigbesen an der Tür ab, mit dem die Besenwirtschaft anzeigt, dass sie geöffnet ist. Häufig wird als zusätzliches Signal eine meist rote Glühlampe verwendet. Besen sind vor allem in den Großräumen Stuttgart und Heilbronn verbreitet. Auch gebräuchlich ist der Name Rädle bzw. Rädlewirtschaft, vor allem in der Bodenseeregion.
- Gluschta, auch Gloschta; Heißhunger auf etwas
Suschtigs
SCHWÄBISCHES WÖRTERBUCH (alphabetisch)-in Vorbereitung
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SCHWABEN, DIE DIE WELT VERÄNDERT HABEN== (chronologisch n. Geburtsjahr)
Erfinder, Firmengründer und Wissenschaftler
- Friedrich Johannes Kepler (auch: Ioannes Keplerus; * 27. Dezember 1571 in Weil der Stadt; † 15. November 1630 in Regensburg) war ein deutscher Naturphilosoph, evangelischer Theologe, Mathematiker, Astronom, Astrologe und Optiker. Er entwickelte unter anderem das astronomische Teleskop und beschrieb die Gesetze der Planetenbewegung
- Wilhelm Schickard (* 22. April 1592 in Herrenberg; † 23. Oktober 1635 in Tübingen) war ein deutscher Astronom und Mathematiker. Er lehrte Hebräisch und Astronomie an der Universität Tübingen und baute die erste Rechenmaschine
- Philipp Matthäus Hahn (* 25. November 1739 in Scharnhausen, heute Ortsteil von Ostfildern; † 2. Mai 1790 in Echterdingen, heute Ortsteil von Leinfelden-Echterdingen) war Pfarrer, Bibelübersetzer, Konstrukteur und Erfinder. Hahn hat sowohl in der Kirche als auch in technischen Engagements Wegweisendes geleistet. Er gilt als der Begründer der feinmechanischen Industrie auf der Schwäbischen Alb
- Albrecht Ludwig Berblinger, bekannt als "Schneider von Ulm; (* 24. Juni 1770 in Ulm; † 28. Januar 1829 ebenda) war Schneider, Erfinder und Flugpionier.
- Jakob Friedrich Kammerer (* 24. Mai 1796 in Ehningen; † 23. Oktober 1857 in Ludwigsburg) gilt als Erfinder des Phosphorstreichholzes.
- Christian Messner ( * 1. November 1805; † 13. Dezember 1874), genannt der „Zeug-Christe“, war Tuchmacher und Weber wie sein Vater. Er war Begründer der Mundharmonikaerzeugung in Trossingen. Nach seinem Tod ging seine Firma an seine Neffen Mathias und Paul Messner über.
- Theodor Friedrich Wilhelm Märklin (* 2. April 1817 in Tieringen bei Balingen; † 20. Dezember 1866 in Göppingen), Unternehmer und Gründer der Spielzeugfirma Märklin.
- Conrad Dietrich Magirus (* 26. September 1824 in Ulm; † 26. Juni 1895 ebenda) war Feuerwehrpionier und Unternehmer. Er gilt als Erfinder der fahrbaren Feuerleiter.
- Karl Pfizer, auch: Charles Pfizer, (* 1824 in Ludwigsburg; † 19. Oktober 1906 auf Rhode Island), Chemiker. Emigrierte in die USA und gründete dort 1849 den Pharmakonzern Pfizer in Williamsburg/Brooklyn. Seine Frau, Anna Hausch, heiratete er 1859 in Ludwigsburg. Sie hatten fünf Kinder.
- Matthias Hohner (* 12.12.1833 in Trossingen; † 11.12.1902 ebenda). 1857 errichtete Matthias Hohner, gemeinsam mit seinen Brüdern Jacob und Paul, eine Fertigungsstätte für Mundharmonikas. Im gleichen Jahr heiratete er seine Frau Anna. In Trossingen wurde er 1879 zum Bürgermeister (damals Schultheiß) gewählt. Damit eine Dampfmaschine aufgenommen und betrieben werden konnte, erbaute er 1881 ein neues Fabrikgebäude und baute 1887 in den Trossinger Nachbargemeinden Aldingen und Deißlingen Filialen auf. Sein Sohn Hans übernahm 1891 die in New York eröffnete Vertriebsagentur. Am 19.9.1900 übergab Matthias Hohner die Firma an seine Söhne Jacob, Matthias jun., Andreas, Hans und Gottlieb Wilhelm.
- Robert Friedrich Metzeler (* 10. Mai 1833 in Memmingen; † 16. Juli 1910 in München); Unternehmer. Nach einer kaufmännischen Lehre arbeitete R. F. Metzeler in einer chemischen Fabrik in Brüssel, seit 1857 als Buchhalter in einer Parfümeriewarenfabrik und -handlung in München und machte sich 1863 mit einer Gummiwarenhandlung selbstständig. 1871 erhielt er die Genehmigung zur Errichtung einer Fabrik zur Erzeugung von Kautschukwaren und gründete die OHG Metzeler & Co. in München. Durch neue technische Verfahren konnten seit 1877 Luftkissen hergestellt werden. 1883 errichtete Metzeler die erste Asbestspinnerei Deutschlands, baute 1887 das eigentliche Stammwerk, in dem Stoffe für den Ballon- und Luftschiffbau hergestellt wurden, und fertigte seit 1890 Fahrradreifen sowie seit 1907 Vollgummireifen für Lastwagen und Omnibusse. 1901 wandelte er das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um und trat in den Aufsichtsrat ein, während seine beiden Söhne den Vorstand bildeten.
- Gottlieb Wilhelm Daimler (eigentlich Däumler, * 17. März 1834 in Schorndorf; † 6. März 1900 in Stuttgart- Bad Cannstadt) war Ingenieur, Konstrukteur und Industrieller. Daimler entwickelte den ersten schnelllaufenden Benzinmotor und das erste vierrädrige Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmotor. Gründer der Daimler AG
- Ferdinand Graf von Zeppelin (* 1838 in Konstanz) konstruierte das erste lenkbare Luftschiff, den „Zeppelin“
- Andreas Bizer (1839–1914), deutscher Mechaniker und Industrieller, Gründer der Firma BIZERBA, Balingen
- Julius Spohn (* 31. Juli 1841 in Ravensburg; † 16. Oktober 1919 ebenda); Textil- und Zementunternehmer, Mäzen. Vater des Ravensburger Karosseriebauunternehmers Hermann Spohn.
- Wilhelm Emil Fein (* 1842 in Ludwigsburg) konstruierte 1895 das weltweit erste Elektrowerkzeug, die elektrische Handbohrmaschine
- Carl Friedrich Benz (* 25. November 1844 in Mühlburg b. Karlsruhe; † 4. April 1929 in Ladenburg), Ingenieur und Automobilpionier.
- Wilhelm Maybach (* 09.02.1846, † 29.12.1929), Automobilkonstrukteur
- Margarete Steiff (* 24. Juli 1847 in Giengen an der Brenz; † 9. Mai 1909 ebenda; eigentlich Apollonia Margarete Steiff) war die Gründerin der weltweit bekannten, gleichnamigen Spielwarenfabrik Steiff.
- Ottmar Mergenthaler (* 11. Mai 1854 in Hachtel, heute Stadtteil v. Bad Mergentheim; † 28. Oktober 1899 in Baltimore), war gelernter Uhrmacher und ist der Erfinder der Linotype-Setzmaschine.
- Karl Friedrich Schall (* 16. März 1859 in Öhringen; † 1925 in Oberhofen am Thunersee, Schweiz), deutscher Feinmechaniker und Mitbegründer des Unternehmens Reiniger, Gebbert & Schall in Erlangen. Karl Schall wurde am 16. März 1859 in Öhringen bei Stuttgart als Sohn des Rechtsanwalts Wilhelm Schall geboren. 1877 bis 1879 machte er in Tübingen bei dem Universitätsmechaniker C. Erbe die Ausbildung zum Feinmechaniker. Nachdem er 1880 bis 1881 den Einjährig-Freiwilligen-Dienst beim Militär abgeleistet hatte, ging er auf Wanderschaft in die Schweiz, nach Paris und London. Zurückgekehrt nach Stuttgart eröffnete er 1883 eine eigene Werkstatt v. a. für Stirn-, Mund- und Kehlkopflampen. 1885 trat der Mechaniker Max Gebbert, den Schall in Paris kennen gelernt hatte, als gleichberechtigter Teilhaber in die Firma ein, die sich nun „Gebbert und Schall“ nannte. Im September 1885 lernten Schall und Gebbert Erwin Moritz Reiniger kennen, der eine ähnliche Werkstatt für elektrotechnische und physikalische Geräte in Erlangen betrieb. Am 1. Januar 1886 erfolgte der Zusammenschluss zur offenen Handelsgesellschaft „Vereinigte physikalische-mechanische Werkstätten Reiniger, Gebbert & Schall – Erlangen, Stuttgart, New York“ (RGS). Die Werkstätten in Stuttgart und New York wurden jedoch bald aufgegeben. Karl Schall leitete in der gemeinsamen Firma die Konstruktion und den Vertrieb. Allerdings schied Schall 1888 aus der Firma aus und gründete in London mit eigenem Kapital ein Geschäft, das die Generalvertretung von RGS für Großbritannien und die Kolonien übernahm. Dabei wirkte er so erfolgreich, dass er 50% des Gesamtumsatzes erzielen konnte. Der Kontakt zu RGS blieb bis 1910 bestehen. Im Jahre 1912 übergab Karl Schall die Leitung der Londoner Firma seinem Sohn William und übersiedelte nach Oberhofen am Thunersee. Dort starb er 1925.
- Robert Bosch (* 23. September 1861 in Albeck bei Ulm; † 12. März 1942 in Stuttgart), Industrieller und Gründer der Robert Bosch GmbH
- Ernst Klett sen. (* 1863 in Stuttgart; † 8. Februar 1947 ebenda) war Unternehmer und Gründer des gleichnamigen Ernst Klett Verlages in Stuttgart.
- Carl Laemmle (* 1867 in Laupheim) emigrierte 1884 nach Chicago; er gründete 1912 die Universal Studios in Los Angeles und damit Hollywood
- Hans Karl August Simon von Euler-Chelpin (* 15. Februar 1873 in Augsburg; † 6. November 1964 in Stockholm), Chemiker. Er erhielt 1929 zusammen mit Arthur Harden den Nobelpreis für Chemie.
- Albert Einstein (* 14. März 1879 in Ulm a.d. Donau; † 18. April 1955 in Princeton, USA) war Physiker jüdischer Abstammung, dessen Beiträge zur theoretischen Physik maßgeblich das Weltbild veränderten. Einsteins Hauptwerk ist die Relativitätstheorie, die das Verständnis von Raum und Zeit revolutionierte. Im Jahr 1905 erschien seine Arbeit mit dem Titel „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“, deren Inhalt heute als spezielle Relativitätstheorie bezeichnet wird. 1916 publizierte Einstein die allgemeine Relativitätstheorie. Auch zur Quantenphysik leistete er wesentliche Beiträge: Für seine Erklärung des photoelektrischen Effekts, die er ebenfalls 1905 publiziert hatte, wurde ihm im November 1922 der Nobelpreis für Physik für 1921 verliehen. Seine theoretischen Arbeiten spielten – im Gegensatz zur populären Meinung – beim Bau der Atombombe und der Entwicklung der Kernenergie nur eine indirekte Rolle. Albert Einstein gilt als Inbegriff des Forschers und Genies. Er nutzte jedoch seinen erheblichen Bekanntheitsgrad auch außerhalb der naturwissenschaftlichen Fachwelt bei seinem Einsatz für Völkerverständigung und Frieden. In diesem Zusammenhang verstand er sich selbst als Pazifist, Sozialist und Zionist.
- Claude Honoré Desiré Dornier, (* 14. Mai 1884 in Kempten; † 5. Dezember 1969 in Zug, Schweiz), Flugzeugkonstrukteur. Da sein Vater Franzose war, hatte er zunächst nur die französische Staatsbürgerschaft. 1913 wurde er auf ausdrücklichen Wunsch des Grafen Zeppelin in Württemberg eingebürgert, behielt aber seine französische Staatsbürgerschaft bis zu seinem Tode.
- Hugo Ferdinand Boss (* 08.Juli 1885 in Metzingen, † 09.August 1948) gründete 1923 in Metzingen die Schneiderei Hugo Boss, die heutige HUGO BOSS AG
- Ernst Heinkel (* 1888 in Grunbach) entwickelte 1938 die „He 176“, das erste raketenbetriebene Flugzeug
- Gottlob Bauknecht (* 30. April 1892 in Neckartenzlingen; † 9. September 1976 in Stuttgart) war ein deutscher Erfinder, Firmengründer und Industrieller der Elektrotechnik- und Hausgeräte-Branche.
- Andreas Stihl (* 1896 in Zürich), 1950 stellte Stihl (Firmensitz in Waiblingen) die erste Einmann-Benzin-Motorsäge der Welt vor
- Felix Wankel (* 1902 in Lahr) erfand 1954 den Kreiskolbenmotor (Wankelmotor), der zunächst in den Fahrzeugen der Firma NSU (RO 80) zu Berühmtheit führte
- Hans Liebherr (* 1. April 1915 in Kaufbeuren; † 7. Oktober 1993 in Vevey, Schweiz) war Maurermeister, Erfinder und Firmengründer des Baumaschinenkonzerns Liebherr.
- Artur Fischer (* 31. Dezember 1919 in Tumlingen, dem heutigen Ortsteil der Gemeinde Waldachtal, Kreis Freudenstadt im Nord-Schwarzwald), ältester Sohn eines Schneiders, ist gelernter Bauschlosser, Unternehmer und ein bedeutender Erfinder. Artur Fischer, der Ende 2003 bereits 1.080 Patente und 5.867 Schutzrechte hielt, gilt als einer der erfolgreichsten Erfinder weltweit. Zu den bekanntesten Erfindungen Fischers zählt der 1958 von ihm entworfene Fischer-Dübel aus Polyamid, das "fischertechnik"-Baukastensystem und ein Blitzlichtgerät für Fotoapparate mit synchroner Auslösung (1949). Weitere Erfindungen sind beispielsweise ein Dübel zum Fixieren von Knochenbrüchen und - eine seiner neuesten Ideen - das kompostierbare und essbare Kinderspielzeug aus Kartoffelstärke - fischertip. Fischers Vorbild war schon früh der deutsche Ingenieur und Schriftsteller Max Eyth, dessen Ansichten über das Erfinden ihn stark beeindruckt und geprägt haben. Die von ihm 1948 gegründete Firma Fischerwerke Artur Fischer GmbH & Co. KG erzielte 2001 einen weltweiten Umsatz von ca. 400 Millionen Euro, den Hauptteil davon immer noch mit Dübeln bzw. Befestigungstechnik. Das Unternehmen, das seit 1980 von seinem Sohn Klaus Fischer geleitet wird, produzierte 2004 allein im Werk Waldachtal-Tumlingen sieben Millionen Dübel pro Tag. Im Jahre 1990 wurde Artur Fischer mit dem Werner-von-Siemens-Ring ausgezeichnet. Im Jahr 2001 rief er den "Artur Fischer Erfinderpreis" zusammen mit der Landesstiftung Baden-Württemberg ins Leben, er ist mit 511.000 Euro Kapital ausgestattet. Sein Zweck ist nach eigenen Angaben die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben, 2005 wurden insgesamt 32.250 Euro Preissumme vergeben.
- Anton Schall (* 1. April 1920 in Rottenburg am Neckar; † 28. September 2007 in Heidelberg) war ein deutscher Orientalist. Schall war bis zu seiner Emeritierung Professor der Universität Heidelberg am Seminar für Sprachen und Kulturen des vorderen Orients/Islamwissenschaft. Seine Dissertation an der Universität Tübingen 1948 behandelte griechische Fremdwörter im Syrischen. Anton Schall habilitierte sich 1956 an derselben Universität, einer seiner Lehrer war Enno Littmann. 1959 wurde er zum außerordentlichen, 1966 zum ordentlichen Professor in Heidelberg ernannt. Seine Tätigkeit in Heidelberg beeinflusste die orientalistischen Studien des späteren Wiener Romanisten Walter Selb. Anton Schall begründete 1979 die Schriftenreihe „Heidelberger Studien zur Geschichte und Kultur des modernen Vorderen Orients“ (ursprünglich: „Heidelberger Orientalistische Studien“) und war bis 1990 deren Herausgeber.
- Monika Auweter-Kurtz (* 29. Juli 1950 in Stuttgart), deutsche Physikerin und seit November 2006 Präsidentin der Universität Hamburg.
Künstler, Philosophen, Dichter und Denker
- Bernhard Strigel (* um 1460 in Memmingen; † 4. Mai 1528 ebenda), Kunstmaler am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance. Er entstammt der süddeutschen Künstlerfamilie Strigel und prägte die in Oberschwaben verwurzelte Memminger Schule.
- Hans Holbein der Ältere (* um 1465 in Augsburg), Maler
- Hans Burgkmair der Ältere (* 1473 in Augsburg) Maler, Zeichner und Holzschneider
- Hans Holbein der Jüngere (* 1497 oder 1498 in Augsburg) Maler
- Jörg Breu der Jüngere (* nach 1510 in Augsburg) Maler, Miniaturist, Zeichner
- Elias Holl (* 28. Februar 1573 in Augsburg) Baumeister
- Sebastian Sailer (* 1714 in Weißenhorn), Prämonstratenser, Prediger, Schriftsteller des Barock. Bekannt durch seine Komödien in oberschwäbischem Dialekt. Gilt als Begründer und Meister der schwäbischen Mundartdichtung.
- Leopold Mozart (* 1719 in Augsburg), Komponist und Vater von Wolfgang Amadeus Mozart
- Christoph Martin Wieland (* 1733 in Oberholzheim), Dichter, Übersetzer und Herausgeber zur Zeit der Aufklärung.
- Christoph Rheineck (* 1. November oder 15. März 1748 in Memmingen, † 29. Juli 1797 ebenda), Komponist.
- Friedrich Schiller (* 1759 in Marbach am Neckar), Dichter
- Friedrich Hölderlin, (* 1770 in Lauffen am Neckar), bedeutender Lyriker.
- Georg Wilhelm Friedrich Hegel (* 1770 in Stuttgart), Philosoph und zentraler Vertreter des Deutschen Idealismus.
- Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (* 1775 in Leonberg), Hauptvertreter der Philosophie des Deutschen Idealismus.
- Ludwig Uhland (* 1787 in Tübingen), Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker.
- Gustav Schwab (* 1792 in Stuttgart), Pfarrer, Schriftsteller der Schwäbischen Dichterschule.
- Wilhelm Hauff (* 1802 in Stuttgart), Schriftsteller der Epoche des Biedermeier.
- Eduard Mörike (* 1804 in Ludwigsburg), Lyriker der Schwäbischen Dichterschule, Erzähler, Übersetzer, sowie Pfarrer.
- Hermann Hesse, (* 1877 in Calw), Dichter, Schriftsteller, Maler und Literatur-Nobelpreisträger.
- Josef Madlener (* 16. April 1881 in Memmingen-Amendingen; † 27. Dezember 1967 in Memmingen)Dichter und Maler.
- Oskar Besemfelder (* 10. Mai 1893 in Memmingen; † 28. November 1965), Lautenist und Sänger.
- Martin Heidegger (* 26. September 1889 in Meßkirch; † 26. Mai 1976 in Freiburg i. Brsg.) zählt zu den einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Zu den zentralen Bemühungen Heideggers gehört die Kritik der traditionellen Metaphysik, die er unter phänomenologischen, hermeneutischen und ontologischen Gesichtspunkten interpretierte und kritisierte. Heidegger hat zudem die philosophische Richtung der Fundamentalontologie begründet. Seine Gedanken übten direkt und über einige seiner Schüler großen und bleibenden Einfluss auf die moderne Philosophie auch außerhalb Deutschlands sowie auf andere Geisteswissenschaften aus.
- Wendelin Überzwerch (eigentlich Karl Wilhelm Fuß; * 25. November 1893 in Memmingen; † 5. März 1962 in Wilhelmsdorf, Oberschwaben), Schriftsteller, Mundartdichter. Seine Jugend verbrachte Überzwerch in Memmingen und Heilbronn. Er studierte Philosophie in Tübingen, wo er 1921 mit der Dissertation Untersuchungen über Alexander Puschkin als Politiker und Historiker promovierte. Danach arbeitete er als Bibliothekar in Essen. Seit etwa 1923 veröffentlichte er unter dem Pseudonym Wendelin Überzwerch Schüttelreime und Humorvolles, oft auf Schwäbisch.
- Willy Reichert, (* 1896 in Stuttgart), Komiker, Volksschauspieler und Sänger.
- Bertolt Brecht (* 1898 in Augsburg), einflussreichster deutscher Dramatiker und Lyriker des 20.Jahrhunderts.
- Michl Lang (* 16. Januar 1899 in Kempten im Allgäu; † 21. Dezember 1979 in München), Volksschauspieler. Er verkörperte in seinen Rollen den humorvoll-spitzbübischen Charakter.
- Wilhelm Weismann (* 1900 in Alfdorf), Komponist und Musikwissenschaftler.
- Alfred Weitnauer (* 1. Februar 1905 in Kempten (Allgäu); † 3. Juni 1974 in Obergünzburg); Schriftsteller, Heimatpfleger, Historiker und Volkskundler. A. W. wurde am 1. Februar 1905 in der Altstadt von Kempten (Allgäu) geboren, besuchte die Volks- und die Oberrealschule seiner Heimatstadt. Schon als Schüler fiel er durch geistreiche, freche Zeitungsartikel und Späße auf. Er studierte Staatswissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte in Würzburg, München und Berlin, wurde Diplom-Volkswirt und promovierte zum Dr. oec. publ. und zum Dr. phil. – jeweils mit Auszeichnung (summa cum laude). Dazwischen war er beim Berliner Lokalanzeiger in der Wirtschaftsredaktion tätig, und arbeitete danach für die Rockefeller-Stiftung an der Geschichte der Preise. Als das Vermögen der Stiftung 1935 von den Nationalsozialisten eingezogen wurde, gewann ihn Otto Merkt für das Amt des Heimatpflegers des Regierungsbezirks Schwaben (damals Kreis Schwaben und Neuburg), mit Dienstsitz in Kempten. Dieses Amt übte A.W. bis zu seinem Ruhestand 1970 aus.
- Oscar Heiler (* 23.11.1906 in Stuttgart, † 09.04.1995 in Stuttgart). Durch seine Auftritte mit Willy Reichert als "Häberle und Pfleiderer" hat sich O.H. auch außerhalb des Schwabenlandes einen Namen gemacht. Nach Abschluss des Abiturs auf dem Karlsgymnasium in Stuttgart, begann er 1925 mit einer Buchhandelslehre. 1928 startete er im Stuttgarter Schauspielhaus seine Karriere als Schauspieler. 1930 stand er mit Willy Reichert als "Häberle und Pfleiderer" das erste Mal auf der Bühne. Nach Kriegsende verschafften ihm Auftritte in Film und Fernsehen einen über das Schwabenland hinausreichenden Namen.
- Magda Schneider (* 17. Mai 1909 in Augsburg; † 30. Juli 1996 in Berchtesgaden), Schauspielerin; Mutter von Romy Schneider.
- Thaddäus Troll (* 1914 in Stuttgart-Bad Cannstadt, † 5. Juli 1980 in Stuttgart), Schriftsteller.
- Martin Egg (* 1915 in Krumbach (Schwaben)), schwäbischer Heimatdichter.
- Walter Schultheiß (* 1924 in Tübingen), Schauspieler, Autor und Maler.
- Franzjosef Maier (* 27. April 1925 in Memmingen), Violinist, Dirigent und Hochschullehrer.
- Gotthilf Fischer (* 1928 in Plochingen), Musiker und Chorleiter, Gründer der Fischer-Chöre
- Hedwig Bilgram (* 31. März 1933 in Memmingen); Organistin und Cembalistin.
- Tony Marshall (* 3. Februar 1938 in Baden-Baden als Herbert Anton Bloeth; bürgerlich Herbert Anton Hilger) Schlager- und Opernsänger.
- Hans W. Geißendörfer (* 6. April 1941 in Augsburg), Regisseur, Autor, Produzent (Erfinder der Serie "Lindenstraße")
- Karl Napf (eigentlich Ralf Jandl) (* 18. Dezember 1942 in Hirschberg) ist ein schwäbischer Dichter und Satiriker. Napf wuchs ab seinem vierten Lebensjahr in Vaihingen an der Enz auf. Er absolvierte ein Jurastudium in Tübingen und war dann in der Steuerverwaltung tätig. Insgesamt 27 Jahre arbeitete er im Staatsministerium Baden-Württembergs und im Wissenschaftsministerium. Neben zahlreichen Buchveröffentlichungen sind auch seine Hörspiele im Programm des SWR bekannt; ferner ist Karl Napf Herausgeber des Schwäbischen Heimatkalenders.
- Rainer Werner Fassbinder (* 31. Mai 1945 in Bad Wörishofen; † 10. Juni 1982 in München) Regisseur, Filmproduzent, Schauspieler und Autor. Er gilt neben Regisseuren wie Volker Schlöndorff, Wim Wenders, Alexander Kluge, und Werner Herzog als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films.
- Uli Molsen (* 9.2. 1947 in Hechingen), Professor und Prorektor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Nach dem Abitur Studium in Trossingen: Klavier, Kontrabaß, Chorleitung, Dirigieren, Komposition. 1970 Leiter der Musikschule Metzingen. Ab 1972 Leiter der Klavierklassen der Musikschule in Balingen. Parallel dazu Aufbaustudium Klavier in Trossingen bei Jaime Padros. Seit 1973 zunehmend Vortrags- und Kurstätigkeit über klavierpädagogische Themen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Holland, Spanien, China. Zahlreiche Publikationen (Klavierlehrwerke, Schriften zu den philosophischen Grundlagen der Musikpädagogik, Kompositionen). Seit 1989 Professor an der Musikhochschule Stuttgart für Klavier, Klavierpädagogik, Instrumentalpädagogik. 1991 bis 1995 Präsidiumsmitglied der European Piano Teachers Association (EPTA).Seit 1997 Prorektor der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.
- Wolle Kriwanek, (* 1949 in Stuttgart-Stammheim) Liedermacher in Schwäbischer Mundart.
- Albin Braig (* 1951 in Stuttgart), schwäbischer Mundartschauspieler.
- Dorothee Eberhardt (* 1952 in Memmingen), Komponistin und Musikpädagogin.
- Günther Förg (* 5. Dezember 1952 in Füssen im Allgäu); Maler, Bildhauer und Fotokünstler.
- Mathias Richling, (* 1953 in Waiblingen), Kabarettist, Autor und Schauspieler.
- Kurt H. Schall (* 5.April 1953 in Isny/Allgäu), Musikpädagoge, Musiker und Kabarettist.
- Wilhelm Bronner (* 1954 in Memmingen) Kunstmaler
- Harald Schmidt (* 1957 in Neu-Ulm), Schauspieler, Kabarettist, Schriftsteller und Moderator.
- Andreas Eschbach (* 1959 in Ulm), Schriftsteller.
- Christoph Sonntag (* 1962 in Waiblingen), Kabarettist.
- Denis Scheck (* 15. Dezember 1964 in Stuttgart), Literaturkritiker und Kulturjournalist in Hörfunk und Fernsehen.
- Thomas D (* 1968 in Ditzingen), Musiker.
- Volker Klüpfel (* 1971 in Kempten); Krimiautor. Volker Klüpfel wuchs in Altusried im Allgäu auf, studierte Politikwissenschaft, Geschichte, Kommunikationswissenschaft und Journalistik. Nach dem Studium arbeitete er als Journalist bei einer amerikanischen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk, bevor er ein Zeitungsvolontariat begann. Klüpfel war bis August 2008 Kulturredakteur der Memminger Zeitung, im September 2008 wechselte er zur überregionalen Kulturredaktion der Augsburger Allgemeinen und wohnt seitdem in Augsburg.
- Michael Kobr (* 1973 in Kempten); Krimiautor, Realschullehrer. Zusammen mit Volker Klüpfel hat Kobr den Kriminalroman "Milchgeld" geschrieben, mit dem es das Duo auf Anhieb in die bundesweiten Bestsellerlisten schaffte und der inzwischen über 200.000 Mal verkauft wurde. Die Hauptfigur des Buches ist der schrullige Kommissar Kluftinger. Der zweite Krimi mit Kommissar Kluftinger, Erntedank, belegte wochenlang Platz fünf in der Focus-Bestsellerliste. Der dritte Krimi des Duos, Seegrund, erschien im September 2006 und platzierte sich sofort in den Bestsellerlisten, wo er sich über zehn Monate hielt. Damit waren Klüpfel und Kobr die deutschen Autoren mit der längsten Verweildauer in den Bestsellerlisten 2006/2007 (höchste Platzierung im Spiegel Platz 5, im Focus Platz 2). Insgesamt erreichten ihre Bücher eine Auflage von nahezu einer Million Exemplare[1]. Im März 2008 erschien der vierte Kluftinger-Krimi mit dem Titel Laienspiel. Milchgeld, Erntedank, Seegrund und Laienspiel gibt es auch als Hörbuch (von Klüpfel und Kobr selbst gelesen). Erntedank wurde im Herbst 2008 vom Bayerischen Rundfunk als Fernsehfilm produziert und wird am 16. Mai 2009 im Bayerischen Fernsehen erstmals ausgestrahlt. Ein großer Teil des Films wurde in Memmingen gedreht. So wurde ein altes Verwaltungsgebäude der Lechwerke am Schweizerberg als Polizeirevier genutzt. Michael Kobr arbeitet und lebt heute in Memmingen.
Widerstandskämpfer des III. Reiches
- Eugen Anton Bolz (* 15. Dezember 1881 in Rottenburg am Neckar; † 23. Januar 1945 in Berlin) war Politiker der Zentrumspartei und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Nach dem missglückten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde Bolz am 12. August 1944 verhaftet, am 21. Dezember vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 im Zuchthaus Berlin-Plötzensee enthauptet.
- Reinhold Frank (* 23. Juli 1896 in Bachhaupten; † 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee), Rechtsanwalt; wurde im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 zum Tode verurteilt.
- Johann Georg Elser (* 4. Januar 1903 in Hermaringen, † 9. April 1945 im KZ Dachau), verübte am 8. November 1939 im Münchener Bürgerbräukeller ein Bombenattentat auf Adolf Hitler und weitere Mitglieder der NS-Führung, für das er kurz vor Kriegsende auf Hitlers Befehl im KZ ermordet wurde.
- Bebo Wager (29. Dezember 1905 in Augsburg; † 12. August 1943 im Gefängnis München-Stadelheim) war Gründer einer Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime. Er kämpfte von 1933 bis zum Jahr 1942 im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Im Juni 1933 gründete er mit Freunden aus Jugend-, Sport- und Bildungsverbänden der verbotenen sozialdemokratischen Partei in Augsburg, Kempten, Ulm, Günzburg und anderen Städten Schwabens eine Widerstandsgruppe, die sich später „Revolutionäre Sozialisten“ nannte.
- Willi Bleicher (* 27. Oktober 1907 in Stuttgart-Bad Cannstatt; † 23. Juni 1981 in Stuttgart) Gewerkschafter. Obwohl sein Vater als Schlosser bei Daimler-Benz in Stuttgart-Untertürkheim arbeitete, lernte Bleicher den Bäckerberuf und trat früh der Gewerkschaft bei und war von 1926 bis 1927 Jugendleiter des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (DMV) in Stuttgart. In den 1920er Jahren trat er in die KPD ein, wurde aber 1929 wegen Kritik an Stalinisierung und der mangelnden „innerparteilicher Demokratie“ ausgeschlossen. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Kommunistische Partei-Opposition (KPO). Nach dem Regierungsantritt Hitlers emigrierte er zunächst in die Schweiz und dann nach Frankreich, wurde aber 1934 bei einem Deutschlandaufenthalt von der Gestapo verhaftet und wegen Gefährdung der Staatssicherheit und Vorbereitung zum Hochverrat zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, welche er im Jugendgefängnis Ulm verbüßte. 1938 nach dem Ende der Haftstrafe wurde er nicht freigelassen, sondern im KZ Buchenwald weiter gefangen gehalten, wo er bis zur Befreiung 1945 blieb.
- Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg (* 15. November 1907 in Jettingen; † 21. Juli 1944 in Berlin) war deutscher Offizier während des Zweiten Weltkriegs und eine der zentralen Figuren des militärischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus.Er führte persönlich das gescheiterte Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler (im Führerhauptquartier bei Rastenburg in Ostpreußen) aus und war als Stabschef beim Befehlshaber des Ersatzheeres entscheidend an der anschließenden „Operation Walküre“ beteiligt, dem Staatsstreichversuch, der noch am selben Tag scheiterte. Stauffenberg wurde in Berlin im Hof des Bendler-Blocks von den Nationalsozialisten erschossen.
- Hans Scholl (* 22. September 1918 Ingersheim bei Crailsheim, † 22. Februar 1943 München-Stadelheim) war ein humanistisch und christlich motivierter Widerstandskämpfer in der Zeit des Nationalsozialismus. Er wurde wegen seines Engagements in der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" zusammen mit seiner Schwester Sophie hingerichtet.
- Sophia Magdalena Scholl (* 9. Mai 1921 in Forchtenberg; † 22. Februar 1943 in München-Stadelheim), kurz: Sophie Scholl, war eine deutsche Widerstandskämpferin in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie wurde wegen ihres Engagements in der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ hingerichtet.
Kauf- und Geschäftsleute
- Jakob Fugger der Reiche (* 6. März 1459 in Augsburg), Kaufmann und Bankier
- Bartholomäus V. Welser (* 25. Juni 1484 in Memmingen), Kaufmann und Bankier
- Caspar Zeller (* 22. März 1756 in Kempten im Allgäu; † 4. August 1823 in Bad Ems) war Gründer eines Hamburger Handelshauses, das sich als eines der ersten im 18. Jahrhundert am Hamburger Direkthandel nach Übersee beteiligte.
- Dieter Hundt (* 1938 in Esslingen am Neckar), Unternehmer, Präsident der BDA und Aufsichtsratsvorsitzender des VfB Stuttgart
- Kurt F. Viermetz (* 27. April 1939 in Augsburg), Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, Bankier, Mäzen im Bereich der Kunst, Kultur und Wissenschaft
- Wolfgang Grupp (* 4. April 1942 in Burladingen), Unternehmer. Grupp ist der alleinige Inhaber der Textilfirma Trigema, die 1919 von Josef Mayer, dem Schwiegervater von Wolfgang Grupps Vater, Franz Grupp, in Burladingen im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg gegründet worden ist. Seine Schulzeit verbrachte Grupp im Jesuitenkolleg St. Blasien. Nach einem Wirtschaftsstudium an der Universität in Köln übernahm er 1969 das Unternehmen, das damals in akuten finanziellen Schwierigkeiten war, von seinem Vater. Es gelang ihm innerhalb weniger Jahre, die Firma zu sanieren. Im Jahr 2005 erhielt Grupp den Cicero-Rednerpreis in der Kategorie Wirtschaft für sein rhetorisches Engagement für Deutschland. Mit der Wolfgang und Elisabeth Grupp Stiftung unterstützt er in Not geratene Mitarbeiter und Burladinger Bürger. Wolfgang Grupp ist seit 1988 mit der Baronesse Elisabeth von Holleuffer (* 1966) verheiratet und hat mit ihr eine Tochter, Bonita (* 1989), und einen Sohn, Wolfgang (* 1991).
Politiker
- Matthias Erzberger (* 1875 in Buttenhausen bei Münsingen), Politiker im Kaiserreich und Reichsminister in der Weimarer Republik.
- Wilhelm Friedrich Schall (* 11. April 1882 in Reutlingen; † 17. Dezember 1928 in Heilbronn) Politiker in Württemberg. Von 1924 bis zu seinem Tode gehörte Wilhelm Schall dem württembergischen Landtag an und war 1928 dort Fraktionsvorsitzender der DDP.
- Theodor Heuss (* 31. Januar 1884 in Brackenheim; † 12. Dezember 1963 in Stuttgart) Politikwissenschaftler und Journalist, verheiratet mit Elly Heuss-Knapp, war von 1949 bis 1959 der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.
- Kurt Georg Kiesinger (* 6. April 1904 in Ebingen, Württemberg; † 9. März 1988 in Tübingen-Bebenhausen) war von 1958 bis 1966 Ministerpräsident von Baden-Württemberg, von 1966 bis 1969 der dritte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und von 1967 bis 1971 Bundesvorsitzender der CDU. Kiesinger war der erste deutsche Bundeskanzler, der mit einer Großen Koalition regierte. In seine Amtszeit fielen die Einführung der Notstandsgesetze und die Hauptphase der Außerparlamentarischen Opposition (APO). Aufgrund seiner früheren NSDAP-Mitgliedschaft war er vor allem in linken Kreisen sehr umstritten.
- Eugen Karl Albrecht Gerstenmaier (* 25. August 1906 in Kirchheim unter Teck; † 13. März 1986 in Oberwinter bei Remagen) war ein evangelischer Theologe und Politiker. Als Mitglied des Kreisauer Kreises war er in der Zeit des Nationalsozialismus in Pläne zur Ermordung Adolf Hitlers eingeweiht und wurde am 20. Juli 1944 verhaftet. 1945 organisierte er das Hilfswerk der EKD, das er bis 1951 leitete. 1949 wurde er Bundestagsabgeordneter für die CDU. Von 1954 bis 1969 war er Bundestagspräsident.
- Richard Karl Freiherr von Weizsäcker (* 15. April 1920 in Stuttgart) war von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 1984 bis 1994 der sechste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.
- Manfred Rommel (* 24. Dezember 1928 in Stuttgart), war von 1974 bis 1996 Oberbürgermeister von Stuttgart
- Heinrich „Heiner“ Geißler (* 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar)war von 1982 bis 1985 Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit und von 1977 bis 1989 Generalsekretär der CDU. Im Mai 2007 trat er der globalisierungskritischen Organisation Attac bei. Heiner Geißler wurde noch in der Endphase des II. Weltkriegs zum Schanzdienst eingezogen; es gelang ihm jedoch mit einem Schulkameraden die Flucht nach Hause. Als Kind lebte er einige Jahre in Tuttlingen und erlernte dort das Klettern im Donautal. Nach dem Abitur 1949 am Kolleg St. Blasien trat er mit 19 Jahren dem Jesuitenorden bei, verließ ihn jedoch nach vier Jahren wieder. Geißler studierte Philosophie an der Hochschule für Philosophie München und anschließend Rechtswissenschaften in München und Tübingen. In Tübingen wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindung Alamannia. Sein juristisches Studium schloss er 1957 mit dem ersten Staatsexamen ab. 1962 folgte das zweite Staatsexamen. 1960 promovierte er zum Dr. jur. mit der Arbeit Das Recht der Kriegsdienstverweigerung nach Art. 4 Abs. 3 des Grundgesetzes. Er war dann 1962 zunächst als Richter am Amtsgericht Stuttgart tätig und von 1962 bis 1965 als Regierungsrat Leiter des Ministerbüros des Arbeits- und Sozialministers des Landes Baden-Württemberg.
- Manfred Wörner (* 1934 in Stuttgart), 1982 bis 1988 Bundesverteidigungsminister und 1988 bis 1994 NATO-Generalsekretär
- Klaus Kinkel (* 1936 in Metzingen), Bundesjustizminister 1992/93, Bundesaußenminister von 1992 bis 1998 und Vizekanzler von 1993 bis 1998
- Lothar Späth (* 1937 in Sigmaringen), Spitzname: "Cleverle", Politiker und Manager. Von 1978 bis 1991 Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
- Theodor „Theo“ Waigel (* 22. April 1939 in Oberrohr, Gemeinde Ursberg) war von 1989 bis 1998 Bundesminister der Finanzen und von 1988 bis 1999 CSU-Vorsitzender. Theo Waigel ist in zweiter Ehe mit der ehemaligen Skirennläuferin Irene Epple (* 18. Juni 1957 in Seeg im Allgäu) verheiratet und hat drei Kinder.
- Erwin Teufel (* 4. September 1939 in Rottweil) war von 1991 bis 2005 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg und Vorsitzender der CDU in Baden-Württemberg. Teufel wuchs in Zimmern ob Rottweil auf und besuchte das Albertus-Magnus-Gymnasium in Rottweil, brach den Schulbesuch aber nach Erwerb der Mittleren Reife ab. Danach absolvierte er eine Ausbildung für den gehobenen Verwaltungsdienst, die er 1961 mit der Staatsprüfung als Verwaltungswirt beendete. Mit der Umwandlung der Verwaltungsfachschule Haigerloch im Jahre 1971 in eine Verwaltungs-Fachhochschule wurde den Absolventen nachträglich der Grad Diplom-Verwaltungswirt (FH) verliehen.
- Wolfgang Schäuble (* 18. September 1942 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Politiker (CDU) und seit 2005 Bundesminister des Innern. Er ist das einzige amtierende Kabinettsmitglied, das bereits vor der Deutschen Wiedervereinigung als Minister der Bundesregierung angehörte: von 1984 bis 1989 war Schäuble Bundesminister für besondere Aufgaben sowie Chef des Bundeskanzleramtes, von 1989 bis 1991 bekleidete er schon einmal das Amt vom Bundesminister des Innern. Von 1991 bis 2000 übte er den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion aus und zusätzlich dazu von 1998 bis 2000 den Bundesvorsitz der CDU.
- Herta Däubler-Gmelin (* 12. August 1943 in Preßburg); Rechtsanwältin, Honorarprofessorin, Bundesministerin a. D. Studium in Tübingen und Berlin. Rechtsanwältin in Berlin; Honorarprofessur an der Freien Universität Berlin, Ber. Professur an der Tongij-Universität Shanghai. Schirmherrin der Deutschen Hospizbewegung (BAG); Kuratoriumsmitglied diverser humanitärer Stiftungen. Mitglied der SPD seit 1965, 1978 bis 2005 Mitglied im Bundesvorstand, 1988 bis 1997 stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD. Mitglied des Bundestages seit 1972; diverse Ämter (Vorsitzende des Rechtsausschusses, Vorsitzende des Ausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft), 1983 bis 1993 stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, 1994 bis 1998 Justitiarin der SPD-Fraktion, seit 2005 Leiterin des Arbeitskreises Afrika der SPD-Fraktion; seit November 2005 Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. 1998 bis 2002 Bundesministerin der Justiz.
- Horst Köhler (* 1943 in Skierbieszów/Polen), aufgewachsen in Ludwigsburg, Bundespräsident seit 2004
- Jürgen W. Möllemann (* 15. Juli 1945 in Augsburg), Bundesminister für Bildung und Wissenschaft (1987-1991), Bundesminister für Wirtschaft (1991-1993) und von 1992 bis 1993 auch deutscher Vizekanzler
- Herbert Müller (* 15. November 1944 in Memmingen), SPD-Politiker und Mitglied des bayerischen Landtags.
- Rezzo Schlauch (* 4. Oktober 1947 in Gerabronn) ist deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und Rechtsanwalt. Er war von Oktober 2002 bis November 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit.
- Petra Karin Kelly (* 29. November 1947 in Günzburg; † 1. Oktober 1992 in Bonn); Politikerin, Friedensaktivistin und Gründungsmitglied der Partei Die Grünen.
- Ivo Holzinger (* 4. April 1948 in Aalen), Oberbürgermeister der kreisfreien Stadt Memmingen. Er gehört mit fünf gewonnenen Oberbürgermeisterwahlen (6-Jahres-Turnus) zu den dienstältesten Oberbürgermeistern Deutschlands.
- Volker Kauder (* 3. September 1949 in Hoffenheim, heute ein Stadtteil von Sinsheim) ist seit 2005 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und war von Januar bis Dezember 2005 Generalsekretär der CDU. Nach dem Abitur 1969 am Hegau-Gymnasium in Singen (Hohentwiel) leistete Kauder zunächst seinen Wehrdienst ab und absolvierte dann ab 1971 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, welches er 1975 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach dem Referendariat legte er 1977 auch das zweite Staatsexamen ab und trat 1978 in die Verwaltung des Landes Baden-Württemberg ein. Von 1980 bis 1990 war er Sozialdezernent und stellvertretender Landrat des Landkreises Tuttlingen.
- Reinhard Hans Bütikofer (* 26. Januar 1953 in Mannheim) war vom 8. Dezember 2002 bis zum 16. November 2008 der am längsten amtierende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
- Oswald Metzger (* 19. Dezember 1954 in Grabs, Schweiz), aufgewachsen in Bad Schussenried, war von 1974 bis 1979 Mitglied der SPD und von 1987 bis 2007 Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Seit April 2008 ist er Mitglied der CDU.
- Claudia Roth (* 15. Mai 1955 Ulm)ist seit 2004 Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Claudia Roth wuchs in Babenhausen bei Memmingen auf. Sie studierte zwei Semester (immerhin!) Theaterwissenschaft in München, danach arbeitete sie als Dramaturgin am Landestheater Schwaben in Memmingen und war anschließend an den Städtischen Bühnen in Dortmund und am Hoffmanns Comic Teater (HCT) in Unna tätig. Ab 1982 war Roth Managerin der Rock-Band Ton Steine Scherben um Rio Reiser, bis diese sich zwei Jahre später wegen Verschuldung auflöste.
- Fritz Kuhn (* 29. Juni 1955 in Bad Mergentheim) ist deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Er ist seit 2005 Vorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und war von 2000 bis 2002 Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen.
- Ute Vogt (* 3. Oktober 1964 in Heidelberg) war von 2002 bis 2005 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern. Seit 1999 ist sie Landesvorsitzende der SPD in Baden-Württemberg.
- Cem Özdemir (* 21. Dezember 1965 in Bad Urach) Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen.
Persönlichkeiten des Sports - aktive und passive (chronologisch nach Geburtsjahr)
- Gerhard Mayer-Vorfelder (* 3. März 1933 in Mannheim), Sportfunktionär und ehemaliger CDU-Politiker. Er ist Vizepräsident der UEFA und vertritt den deutschen Fußball im UEFA-Exekutivkomitee.
- Emil Beck (* 20. Juli 1935 in Tauberbischofsheim; † 12. März 2006 ebenda), Fechttrainer. Der gelernte Friseur begann Mitte der 1950er Jahre mit dem Fechtsport. Mit großer Leidenschaft für diesen Sport schuf er in Tauberbischofsheim das weltbekannte Fechtleistungszentrum, das in den 1970er Jahren zur olympischen „Goldschmiede“ wurde. Als Trainer von Fechtgrößen wie Matthias Behr, Alexander Pusch und Anja Fichtel wurde er zu einem der erfolgreichsten Fechttrainer der Welt. Olympiasiege, Welt- und Europameistertitel wurden seit 1973 (erster Weltmeistertitel für einen Sportler aus Tauberbischofsheim) reihenweise unter seiner Obhut errungen. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens errangen Anja Fichtel, Sabine Bau und Zita Funkenhauser Gold, Silber und Bronze bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul im Damenflorett. Solch ein Triumph konnte in der Historie des deutschen Fechtens nicht mehr wiederholt werden.
- Helmut Haller (* 21. Juli 1939 in Augsburg), Fußballspieler; spielte von 1958 bis 1970 in der Deutschen Fußballnationalmannschaft und erzielte in 33 Länderspielen 13 Treffer.
- Gerhard „Gerd“ Müller (* 3. November 1945 in Nördlingen), genannt "Der Bomber der Nation", "Der Bomber" oder "Kleines dickes Müller", Fußballspieler. Mit 68 Toren in 62 Länderspielen für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft weist er bis heute die mit Abstand beste Torquote aller deutschen Nationalspieler auf.
- Franz („Bulle“) Roth (* 27. April 1946 in Memmingen) spielte als Amateur beim TSV Bertoldshofen, bei der Spvgg. Kaufbeuren und von 1966 bis 1978 in der Bundesliga für den FC Bayern München. Roth wurde mit dem FC Bayern München 1967, 1969 und 1971 DFB-Pokalsieger, 1967 Europapokalsieger der Pokalsieger, 1969, 1972, 1973 und 1974 Deutscher Meister, 1974, 1975 und 1976 Europapokalsieger der Landesmeister sowie 1976 Weltpokalsieger. In 322 Bundesligaspielen erzielte er 72 Tore. 1978/79 beendete Roth seine Profikarriere bei Casino Salzburg. In der Nationalmannschaft spielte er zwischen 1967 und 1970 vier Mal. Franz Roth war bekannt für seine körperbetonte Spielweise und seinen harten Schuss, was ihm den Beinamen „Bulle“ einbrachte. Der Mittelfeldspieler war der Mann bei Bayern München mit den wichtigen Toren in Europapokalendspielen. Franz Roth betreibt heute Sportgeschäfte in Bad Wörishofen und in Marktoberdorf.
- Manfred Winkelhock (* 6. Oktober 1951 in Waiblingen; † 12. August 1985 in Toronto) war Formel 1- und Sportwagen-Rennfahrer.
- Ulrich "Uli" Hoeneß (* 5. Januar 1952 in Ulm) ist ein ehemaliger Fußballspieler, Manager und stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei der FC Bayern München AG.
- Norbert Haug (* 24. November 1952 in Engelsbrand-Grunbach) Journalist und Motorsport-Chef von Mercedes-Benz.
- Dieter Hoeneß (* 7. Januar 1953 in Ulm), ehemaliger Profi-Fußballer und Bruder vun Uli Hoeneß. Seit 1997 Manager von Hertha BSC.
- Erhard Wunderlich (* 14. Dezember 1956 in Augsburg), Handballer
- Irene Epple (* 18. Juni 1957 in Seeg/Allgäu), ehemalige deutsche Skirennläuferin. Ihr erster großer Erfolg war der zweite Platz bei der Skiweltmeisterschaft in der Abfahrt 1978 in Garmisch-Partenkirchen. Sie gewann in Lake Placid 1980 die Olympische Silbermedaille im Riesenslalom und war Skiweltcup-Siegerin 1982 in Riesenslalom und in der Kombination. Ihre jüngere Schwester Maria war ebenfalls im Skiweltcup erfolgreich. Nach Ende ihrer Karriere begann sie ein Studium der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1992 promovierte sie über das Thema „Die Wirkungen unterschiedlich resorbierbarer Kohlenhydrate auf den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel von adipösen und normalgewichtigen Probanden“. Im November 1994 heiratete sie Theodor Waigel, den damaligen Bundesfinanzminister. 2004 wurde ihr der Bayerische Sportpreis in der Kategorie „Hochleistungssportler Plus“ verliehen.
- Hans-Peter „Hansi“ Müller (* 27. Juli 1957 in Stuttgart), ehemaliger Fußballspieler. Begann seine Karriere beim SV Stuttgart-Rot. Für den VfB Stuttgart spielte er von 1977 bis 1982 in der Fußball-Bundesliga, 1982 bis 1984 für Inter Mailand, 1984/1985 für Calcio Como und von 1985 bis zu seinem Karriereende 1990 für den FC Wacker Innsbruck bzw. FC Swarovski Tirol. In der Deutschen Nationalmannschaft spielte er von 1978 bis 1983 in 42 Spielen (5 Tore) und wurde mit der Mannschaft 1982 Vizeweltmeister und 1980 Fußball-Europameister. Er war außerdem Mitglied des deutschen Teams bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1978.
- Jürgen Klinsmann (* 30. Juli 1964 in Göppingen; Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler. Klinsmann spielte von 1987 bis 1998 in der Deutschen Fußballnationalmannschaft, mit der er 1990 Weltmeister und 1996 Europameister wurde. Er wurde zweimal zu Deutschlands Fußballer des Jahres und 1995 zu Englands Fußballer des Jahres gewählt. 2004 übernahm Klinsmann das Amt des Bundestrainers und führte die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 auf den dritten Platz. Nach der WM ließ er seinen Vertrag als Bundestrainer nicht verlängern. Er widmete sich wieder seiner Sportconsulting-Agentur SoccerSolutions in den USA. Am 1. Juli 2008 übernahm er die Tätigkeit als Trainer des FC Bayern München.
- Christian Abt (* 8. Mai 1967 in Kempten im Allgäu), Automobilrennfahrer.
- Robert Barth (* 10. August 1968 in Memmingen); Speedway-Motorradrennfahrer. Barth wurde viermaliger Langbahn-Weltmeister und trat 2006 vom aktiven Rennsport zurück.
- Stefanie Maria Graf (* 14. Juni 1969 in Mannheim), besser bekannt als Steffi Graf, ehemalige deutsche Profi-Tennisspielerin. Sie gewann 22 Grand-Slam-Turniere und war insgesamt 377 Wochen lang die Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste. 1988 siegte sie bei allen vier Grand-Slam-Turnieren sowie den Olympischen Spielen und gewann so als bisher einzige Person den Golden Slam. Stefanie Graf ist mit Andre Agassi verheiratet und lebt in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Weitere Persönlichkeiten, noch ohne bisherige Einordnung
- Agnes Bernauer (* um 1410 wohl in Augsburg; † 12. Oktober 1435 bei Straubing) war die Geliebte und vielleicht auch die erste Ehefrau des bayerischen Herzogs Albrecht III. Durch diese nicht standesgemäße Verbindung geriet Albrecht in Konflikt mit seinem Vater Ernst, der Agnes Bernauer 1435 in der Donau ertränken ließ. Ihr Leben und Sterben wurde in zahlreichen literarischen Werken verarbeitet, zu den bekanntesten zählen Friedrich Hebbels gleichnamiges Trauerspiel und Die Bernauerin von Carl Orff.
- Konrad Peutinger (* 14. Oktober 1465 in Augsburg), Jurist, Humanist, Antiquar
- Sebastian Kneipp (* 17. Mai 1821 in Stephansried; † 17. Juni 1897 in Bad Wörishofen) Priester und Hydrotherapeut. Er ist der Namensgeber der Kneipp-Medizin und der Wasserkur mit Wassertreten usw., die schon früher angewandt, aber erst durch ihn bekannt wurden.
- Max (von) Eyth, ursprünglich Eduard Friedrich Maximilian Eyth (* 6. Mai 1836 in Kirchheim unter Teck; geadelt 1896; † 25. August 1906 in Ulm) war ein deutscher Ingenieur und Schriftsteller.
- Erwin Rommel (* 1891 in Heidenheim an der Brenz), Generalfeldmarschall d. Deutschen Wehrmacht im 3.Reich, genannt der „Wüstenfuchs“
- Erich Hermann alias das "Radio-Fritzle" (* 5. Februar 1911 in Feuerbach bei Stuttgart; † 18. Juli 1984) war ein schwäbischer Humorist, Parodist, Sänger und Volksschauspieler. Berühmt wurde Erich Hermann als "Radio-Fritzle" vom Süddeutschen Rundfunk. Durch diese Rolle wurde er bei Wunsch- und Kindersendungen sowie bei unzähligen Hörspielen im Radio zu einer festen Institution. Bis heute gilt Erich Hermann als Vater der "Fritzle-Witze".
- Kurt Rebmann (* 30. Mai 1924 in Heilbronn; † 21. April 2005 in Stuttgart), Jurist und vom 1. Juli 1977 bis 31. Mai 1990 Generalbundesanwalt.
- Helmut Palmer (* 8. Mai 1930 in Stuttgart-Untertürkheim; † 24. Dezember 2004 in Tübingen) war Bürgerrechtler und Pomologe (Obstbaumkundler), besser bekannt jedoch als „Rebell vom Remstal“ oder auch "Remstal-Rebell". Palmer gab in seiner Eigenschaft als Obstbaumkundler Baumschnittkurse für Landwirte und Hobbygärtner. Dabei missfielen ihm unnötige Vorschriften und insbesondere jegliche Form von Behördenwillkür, welcher der nichteheliche Sohn einer christlichen Mutter und eines jüdischen Vaters bereits in jungen Jahren ausgesetzt war. Daraus entwickelte sich eine lautstarke und meist durchaus unterhaltsame Aktivität auf lokaler und lokalpolitischer Ebene in Geradstetten, wo er sein Wohnhaus mit Parolen verzierte. Palmer kämpfte − gelegentlich mit originellen Mitteln, in anderen Fällen mit heftigen Vorwürfen − gegen eine Bevormundung durch den Staat, Behördenwillkür und Antisemitismus. Seine politischen Aktivitäten erweiterte der Einzelkämpfer bald auf die vorgesetzten Dienststellen bis hin zur Landeshauptstadt Stuttgart, in der Palmer für den OB-Sessel kandidierte. Insgesamt trat er bei über 250 (!) Oberbürgermeister-Wahlen in Baden-Württemberg an. In Schwäbisch Hall hätte es 1974 beinahe zu einem Sieg gereicht. Palmer erreichte im ersten Wahlgang 41 Prozent der Stimmen. Nicht nur bei der Behandlung von Apfelbäumen entfernte er sich oft von den vorherrschenden Methoden. Sein Verhalten wurde zusehends rüder, er musste sich in zahlreichen Gerichtsverfahren vor der Obrigkeit verantworten, was seinen Groll verstärkte. Wiederholt saß er Gefängnisstrafen ab, teilweise schien er die Urteile provoziert zu haben. Helmut Palmer war seit 2002 Mitglied der SPD, sein Sohn Boris dagegen wurde 2001 als grüner Kandidat für den Wahlkreis Tübingen in den Landtag gewählt, kandidierte 2004 erfolglos für den Oberbürgermeister-Posten in Stuttgart, wurde dann aber am 22. Oktober 2006 zum Oberbürgermeister der Stadt Tübingen gewählt. Am 24. Dezember 2004 erlag Helmut Palmer einer Krebserkrankung.
- Walter Kardinal Kasper (* 5. März 1933 in Heidenheim a. d. Brenz) ist Kurienkardinal und Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.
- Karl Kardinal Lehmann (* 16. Mai 1936 in Sigmaringen), römisch-katholischer Geistlicher, seit 1983 Bischof von Mainz. Von 1987 bis 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. 2001 wurde L. von Papst Johannes Paul II. in den Stand des Kardinals erhoben.
- Michael Rogowski (* 13. März 1939 in Stuttgart), von 2001 bis 2004 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).
- Gudrun Ensslin (* 15. August 1940 in Bartholomä; † 18. Oktober 1977 in Stuttgart-Stammheim) war Gründungsmitglied der RAF (Rote Armee Fraktion). Sie war an fünf Bombenanschlägen mit vier Todesopfern beteiligt, wurde 1972 verhaftet und starb am 18. Oktober 1977 durch Suizid im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses Stuttgart-Stammheim.
- Udo Walz (* 28. Juli 1944 in Waiblingen) Promi-Friseur. Besonders bekannt durch Auftritte in den unterschiedlichsten Medien.
- Hubert Liebherr (* 25. September 1950 in Memmingen), Unternehmer und Ingenieur; Sohn von Hans Liebherr
- Roland Emmerich (* 10. November 1955 in Stuttgart-Obertürkheim), Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor
- Claus-Erich Boetzkes (* 29. März 1956 in Memmingen); Nachrichtensprecher ARD, Journalist.
- Oskar Riha (* vermutlich zwischen 1950-1955 in Ottobeuren), Gitarrist, Konzertveranstalter für Jazz
- Georg E. Wolf (* unbekannt, vermutlich Erkheim), Schlagzeuger
- Kai Diekmann (* 27. Juni 1964 in Ravensburg) ist eigentlich kein wirklicher und wenn, dann ein m.E. ein unrühmlicher Schwabe. Dass er in Bielefeld aufwuchs, lässt viele Vermutungen zu, die hier näher zu erläutern viele Spekulationen offen lassen würden. Gleichwohl muss er an dieser Stelle, der Ordnung halber erwähnt werden. K.D. war Chefredakteur der Welt am Sonntag. Seit Januar 2001 ist er Chefredakteur der BILD. (Zur Erläuterung: BILD = ist ein täglich erscheinendes Werbeblatt mit redaktionellen Unterbrechungen, weswegen sie sich auch nicht mehr ZEITUNG nennen darf!!!) Am 22. Mai 2007 haben Unbekannte im Hamburger Stadtteil Harvestehude einen Brandanschlag auf seinen Privatwagen, eine R-Klasse von Mercedes-Benz verübt, der dabei vollkommen zerstört wurde. Militante Globalisierungsgegner haben sich in einem Brief an die dpa zu dem Anschlag bekannt. Im Nachhinein ließ Kai Diekmann erklären, dass es sich bei der über 46.000 € teuren R-Klasse nicht um ein "Luxusauto" handele!
Publikationen
- Auch Schwaben sind Menschen - Dr. Alfred Weitnauer, Allgäuer Zeitungsverlag GmbH, Kempten, 1973
- Sprechen Sie Schwäbisch? - Für Schwaben und solche, die es noch werden wollen; Verlag Ueberreuter GmbH , Wien, 2006
- Polyglott-Sprachführer Schwäbisch - Polyglott-Verlag Dr.Bolte KG München, 1999
- Hermann Wax: Etymologie des Schwäbischen – Geschichte von mehr als 4.300 schwäbischen Wörtern, Ulm 2005, ISBN 3-9809955-1-8
- Thaddäus Troll: Deutschland deine Schwaben. Im neuen Anzügle. Vordergründig und hinterrücks betrachtet, Neuausgabe Tübingen 2007, ISBN 978-3-87407-772-9
- Alfons Zettler: Geschichte des Herzogtums Schwaben, Stuttgart 2003
- Gerhard Raff: Die schwäbische Geschichte. Hohenheim Verlag Stuttgart Leipzig 2000.
- Anton Hunger: Gebrauchsanweisung für Schwaben, Piper, ISBN 978-3-492-27559-0
Letzte Änderungen: lastChanges
Version 339
bearbeitet am {08.11.2011 03:47:56}
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